Übergangskonzept Kindergarten – Grundschule

Schon seit Jahren ist man sich einig über die Bedeutung eines gelungenen Übergangs vom Kindergarten in die Grundschule für die Entwicklung der Kinder. Bereits 2009 betonten die Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK) und die Kultusministerkonferenz (KMK) die Zusammenarbeit von Kindergarten und Schule bei der Gestaltung eines positiven Übergangs als zentralen Beitrag für gelingendes Aufwachsen:

„Je besser der Austausch und die Kooperation zwischen den am Übergang beteiligten Akteuren vor und nach der Einschulung des Kindes funktionieren und je mehr Berührungspunkte das Kind vor dem ersten Schultag mit seiner Grundschule hat, desto leichter fällt dem Kind der Übergang.“ (KMK, 2016, S. 39)

Auf diesen Grundlagen haben wir in Kooperation mit den benachbarten Kindergärten einzelne Module geplant, die wir im Schuljahr 2017/2018 zum ersten Mal umgesetzt haben:

Februar           

Erste gemeinsame Teamkonferenz: Klassenzusammenstellung,  Festlegung von gemeinsamen Terminen

März   

Die Klassenlehrerinnen der E-Klassen besuchen die Kinder im Kindergarten, in ihrer vertrauten Umgebung und nehmen ersten Kontakt in einem gemeinsamen Spiel auf. Im Gespräch mit den Erzieherinnen können ggf. einzelne Beobachtungen angesprochen werden, um die Zeit bis zum 1. Schultag für eine gezielte Förderung nutzen zu können (Für den Austausch mit den Erzieherinnen benötigen wir Ihr Einverständnis, das Sie uns bereits bei der Schulanmeldung gegeben/nicht gegeben haben.)

Mai  

Die Klassenlehrerinnen der E-Klassen besuchen die Kinder im Schuki- Treff.

Juni      

Die Kinder besuchen gemeinsam mit ihren Erzieherinnen die Grundschule zu einem gemeinsamen Spielenachmittag. Hier lernen die Kinder das Gebäude und die Klassenräume kennen.

An einem weiteren termin besuchen die Kinder gemeinsam mit ihren Erzieherinnen die Grundschule zu einer gemeinsamen Unterrichtsstunde. Hier lernen die Kinder ihre zukünftige Klasse mit ihren Patenkindern kennen.

 Einladungsbrief in den Sommerferien

Die Mitschülerinnen und Mitschüler (Zweitklässler) der fungieren als Patenkinder, indem sie besonders in den ersten Schulwochen hilfsbereit zur Seite stehen. In den meisten Fällen kennen sich die ausgewählten Kinder bereits aus der Kindergartenzeit. Dieser Pate schreibt vor der Einschulung einen Brief an die Schulanfängerinnen/Schulanfänger. So entsteht Vorfreude, bekannte Kinder wiederzusehen und gleichzeitig werden Ängste seitens der Erstklässler abgebaut. Die Zweitklässler fühlen sich „groß“ und wichtig. Dadurch wird ihr Selbstbewusstsein gestärkt.

Auch die Klassenlehrerin formuliert einen Brief, indem sie sich und die schulische Arbeit vorstellt. Gleichzeitig enthält der Brief die wichtigsten Informationen für den ersten Schultag.

Wenn möglich, geben die Klassenlehrerinnen diese Briefe während der großen Ferien persönlich ab. So lernen die Kinder ihre Lehrerin bereits kennen, fühlen sich wichtig und ernst genommen und haben bereits ein Bild von ihrer Lehrerin. Dadurch werden Ängste abgebaut und die Orientierung am ersten Schultag wird unterstützt.

Erster Schultag

Der Erste Schultag beginnt mit einem gemeinsamen Gottesdienst in der St. Anna Kirche. Die Erstklässler werden von ihren Eltern und evtl. weiteren Verwandten begleitet. Die Klassenlehrerinnen besuchen mit den Zweitklässlern auch den Gottesdienst, um ihre neuen Mitschüler dort „abzuholen“.

Nach dem Gottesdienst werden auf dem Schulhof die ersten Fotos gemacht. Auch hier bilden sich bereits die neuen Klassen.

Anschließend begrüßen die Zweitklässler ihre neuen Mitschülerinnen mit einer kleinen Aufführung in der der Aula. Nachdem die Klasseneinteilung geregelt ist, haben alle Kinder eine gemeinsame Unterrichtsstunde. Ein erstes Kennenlernen findet statt, ein erstes Beobachten der Rituale und eine Aufgabenstellung, die natürlich differenziert angelegt ist. Damit sich die Erstklässler auch wie „richtige Schulkinder“ fühlen, bekommen sie eine erste Hausaufgabe. Nach etwa 45 Minuten werden die Erstklässler wieder von ihren Eltern in Empfang genommen.

Für die Erwachsenen werden in dieser Zeit im Anne-Frank-Haus Kaffee und Kekse angeboten. Die Eltern erhalten organisatorische Informationen zum Stundenplan und zur Kakaobestellung. Am zweiten Schultag nehmen die Erstklässler am Unterricht entsprechend des Stundenplanes teil.

Die ersten zwei Schulwochen

In den ersten zwei Schulwochen steht das Ziel im Vordergrund, ein gutes soziales Klima in der neu strukturierten Gemeinschaft aufzubauen. Aufgrund dieser Überlegung arbeiten die Erst- und Zweitklässler in den ersten Schulwochen weitgehend zusammen. Die Zweitklässler, die sich als „Wissende“ verstehen, übernehmen dann gern auch die Rolle als Lernhelfer und erklären den Umgang mit Heften und Mappen, zeigen Materialien, helfen bei der Orientierung im Gebäude usw. Dazu ist es erforderlich, dass die Sitzordnung von der Lehrerin so gestaltet wird, dass Patenkinder nebeneinander oder zumindest gegenübersitzen.

Gleichzeitig finden Spiele und Unterrichtsthemen Berücksichtigung, die von allen Kindern gleichermaßen bewältigt werden können.

Nach einer gewissen Zeit, deren Dauer die Lehrkraft von der Erreichung der Ziele abhängig macht, werden die Erstklässler an die ersten Inhalte und Arbeitsweisen herangeführt. Die Zweitklässler arbeiten dann wie gewohnt an ihren individuellen Arbeitsplänen. Haben die Erstklässler den Umgang mit den Materialien verstanden, bekommen auch sie ihre individuellen Arbeitspläne (nach dem Stand der Eingangsdiagnostik).

 Schuleingangsdiagnostik

Wenn die Kinder zu uns in die Grundschule kommen, bringen sie bereits eine „Bildungsgeschichte“ mit. In der Familie im Kindergarten und an anderen Orten, haben sie bereits Lernerfahrungen gemacht.

In der Schuleingangsdiagnostik stellen wir fest, welche Kompetenzen die Kinder bereits erworben haben und in welchen Bereichen die Kinder noch gefördert werden müssen, um erfolgreich in den Fächern Deutsch und Mathematik lernen zu können. Anhand dieser ersten Ergebnisse bekommen die Schülerinnen und Schüler ihre ersten Arbeitspläne.

Im Laufe der Schuleingangsphase stellen die Lehrerinnen dann anhand von systematischen Beobachtungen und Lernstandsdiagnosen am Ende der jeweiligen Lernschritte, den individuellen Lernstand des einzelnen Kindes fest. Dieser wird in einem Beobachtungsbogen eingetragen. Darauf aufbauend wird die Förderung geplant. Zudem bietet der Beobachtungsbogen die Möglichkeit, die Lernentwicklung der Kinder festzuhalten.

Alle Unterlagen der Lernstandsdiagnostik werden in einem Hängeregister gesammelt. Dadurch wird die Lernentwicklung eines Kindes langfristig dokumentiert, die Wirksamkeit unterstützender Maßnahmen wird überprüfbar.

Durchführung der Eingangsdiagnostik

Die Eingangsdiagnostik im Fach Deutsch wird in den ersten zwei Unterrichtswochen mit allen Schülerinnen und Schülern der E-Klassen während der Unterrichtszeit durchgeführt.

Für die Eingangsdiagnostik im Fach Mathematik  kommen die Erstklässler an einem Nachmittag für eine Stunde zur Schule. In einer Kleingruppe von 2-4 Kindern bearbeiten die Kinder ihre Aufgaben, begleitet durch eine Lehrperson.