Maßnahmen

Erzieherische Maßnahmen:

Zur Unterstützung der Erziehungsziele gelten für alle Personen an der St. Anna-Schule die in der Schulordnung festlegten Regeln (s. Anhang). Die aufgestellten Regeln sind für alle verbindlich. Folgende erzieherische Maßnahmen unterstützen das Erreichen der Erziehungsziele:

„Motto des Monats“

Ab dem Schuljahr 2018/2019 vereinbaren wir, dass wir ein „Motto des Monats“ festlegen möchten, auf das alle Personen in unserer Schule in dieser Zeit besonders achten wollen (auch innerhalb der OGGS). Dabei geht es hauptsächlich um höfliche Umgangsformen gegenüber den Mitmenschen. Wir machen häufig die Erfahrung, dass dies heutzutage nicht mehr selbstverständlich ist. Mit dem „Motto des Monats“ wollen wir alle sensibilisieren. Am Ende der Woche, des Monats soll im Klassengespräch darüber reflektiert werden, inwieweit das Motto erreicht werden konnte.

Beispiele:      Wir grüßen jeden freundlich., Wir bedanken uns., Wir sagen höflich „bitte“.

Das „Smiley-Rennen“

Das Smiley-Rennen ist ein Belohnungs- und Motivationssystem und dient der Bestärkung der Schülerinnen und Schüler in ihrem Arbeits- und Sozialverhalten. Hält eine Schülerin/ein Schüler sich nicht an eine der vereinbarten Regeln, wird sein „Smiley-Magnet“ auf der „Rennbahn“ ein Feld runter gesetzt. Erreicht die Schülerin der Schüler/ das Feld Dunkelrot, erhalten die Eltern einen Informationsbrief über das Verhalten ihres Kindes. Damit auch das Kind Verantwortung für sein Fehlverhalten übernimmt, muss es die „gebrochenen“ Regeln zuhause abschreiben (nach Jahrgangsstufe differenziert).

Hält ein Kind sich konsequent an die Regeln wird sein „Smiley-Magnet“ auf der „Rennbahn“ ein Feld vorgerückt. Erreicht der Schüler/die Schülerin das Feld „Ziel“ darf das Kind ein Blütenblatt o.a. anmalen. Ist nach einigen Wochen die gesamte Blüte o.ä. ausgemalt, darf die Schülerin/der Schüler sich etwas aus einer „Schatzkiste“ aussuchen. Inwieweit und wie oft die Magnete vor und zurückgesetzt werden, entscheidet die Lehrperson. Individuelle Absprachen mit Kindern können auch durch das Smiley-Rennen verstärkt werden. Gleichzeitig wird der Toilettenwettbewerb durch das Smiley-Rennen belohnt.

Toilettenwettbewerb

Es ist immer wieder zu Verunreinigungen (z.T. auch absichtlich) in den Toiletten gekommen, so dass viele Kinder die Schultoiletten nicht mehr benutzen wollten. Es war dem Schulpersonal unmöglich herauszufinden, welche Kinder dafür verantwortlich waren, zumal die Kinder selbst entscheiden, wann sie zur Toilette gehen. Die Zeit zum Reinigen der Toiletten wurde zudem für unsere Reinigungskraft immer intensiver, so, dass wir beschlossen, die Kinder durch einen Wettbewerb zu motivieren. Unsere Reinigungskraft vergibt nach dem täglichen Reinigen der Toilette einen Stern, getrennt für die Mädchen und für die Jungen. Diese „Sternentafel“ hängt für alle Schülerinnen und Schüler sichtbar im Eingangsbereich zur Aula. Wer am Ende der Woche die meisten Sterne gesammelt hat, bei Gleichstand mindestens drei Sterne, wird beim Smiley-Rennen ein Feld vorgerückt.

Die Stopp-Regel:

Die Stopp-Regel ist Teil des gesamten Regelsystems.

Im Alltag ist es so, dass bei den Kindern untereinander viele kleine Konflikte stattfinden. Unsere Grundschulkinder haben, wenn sie sich nicht einigen können und keiner nachgibt, verschiedene Strategien, diese Konflikte zu lösen:

  • hauen
  • weinen, schreien
  • zurückziehen
  • Erwachsene holen…

Mit der Stopp-Regel bekommen die Schülerinnen und Schüler ein erstes Handlungsmuster bei Konflikten mit Mitschülern:

  1. Stufe: Wem ein bestimmtes Verhalten zu viel wird, der setzt ein klares Stopp-Signal: „Stopp, hör auf mich zu ärgern (treten, beschimpfen,).“ Das Signal muss unmissverständlich, laut und entschieden geäußert werden.
  1. Stufe: Wenn der Täter nicht mit den Übergriffen aufhört, bekommt er eine zweite und letzte Chance: „Wenn du nicht sofort aufhörst und dich entschuldigst, dann gehe ich zu ….“
  2. Stufe: Nutzt der Täter seine letzte Chance nicht, geht das Opfer zu einer Lehrerin/Erzieherin, die weitere Schritte einleitet.

Diese Inhalte werden in jeder Klasse bekannt gemacht und ggf. geübt:

September/Februar:           Besprechung der Stopp-Regel in der E-Klasse

Auffrischung der Stopp-Regel in den Klassen 3 und 4

Der Schulbegleiter:

Bei einigen Kindern ist es erforderlich, hinsichtlich des Erziehungsauftrages eng mit den Eltern als Bildungspartner zu kooperieren. In enger Absprache mit den Eltern wird der sogenannte Schulbegleiter eingeführt. Er dient hauptsächlich als Mitteilungsinstrument zwischen Schule und Elternhaus und gibt den Eltern einen täglichen Einblick, wie der Vormittag ihres Kindes verlaufen ist. Im Schulbegleiter der Schülerin/des Schülers dokumentieren die Lehrpersonen als auch die Mitarbeiter der Ganztagesbetreuung inwieweit das Kind sich am Vormittag individuelle Absprachen bzw. Erziehungsziele erreichen konnte und ob es ggf. besondere Vorkommnisse gab.

Der Schulbegleiter besteht aus einem Schnellhefter mit

  • den wichtigsten Regeln für das Zusammenleben in der Schule
  • dem individuellen Ziel des Schülers
  • Raum für Selbsteinschätzung
  • Raum für das Feedback der Lehrkräfte
  • Raum für den Informationsaustausch mit den Eltern

Der Kreislauf von Wochenziel – Selbsteinschätzung – Feedback fördert bei Schülerinnen und Schülern die Übernahme von Verantwortung für das eigene Verhalten. Mit den regelmäßigen Schüler-Lehrer-Eltern-Gesprächen werden die Eltern systematisch einbezogen.

 Das Trainingsgespräch:

Bei wiederholtem, massivem Fehlverhalten –hierzu zählen auch Unterrichtsstörungen- wird das Trainingsgespräch als methodische Maßnahme eingesetzt. Es gilt ein fester Ablauf, der durch die Schulleiterin und die Klassenlehrerin moderiert wird.

In fünf Schritten überlegt das Kind:

  • Was habe ich gemacht?
  • Wessen Rechte habe ich verletzt? Warum macht man das nicht?
  • Wie kann ich es wiedergutmachen?
  • Mein Plan: Was will ich in Zukunft besser machen?
  • Was passiert, wenn es wieder vorkommt?

Die Ergebnisse der Reflexion des eigenen Verhaltens werden in einem Gesprächsprotokoll dokumentiert und in die Akte des Kindes geheftet. Die Eltern erhalten darüber eine Kopie.

Der Klassenrat

Der Klassenrat stammt aus der Freinet-Pädagogik und findet als regelmäßige Gesprächsrunde auf Klassenebene statt. Dazu erhalten die Klassen im Rahmen des Sachunterrichts eine Wochenstunde zusätzlich bei der Klassenlehrerin. Der Klassenverband berät, diskutiert und entscheidet gemeinsam über selbstgewählte Inhalte, Regeln, Maßnahmen. Es können Probleme, Konflikte, Ungerechtigkeiten, aber auch die Vorbereitung der Klassenfahrt, ein Projekt und Gemeinwohlarbeit usw. thematisiert werden.

Der Klassenrat findet wöchentlich statt und kann unter dem Vorsitz eines Schülers oder einer Schülerin geleitet werden. Die „Präsidentin“ oder der „Präsident“ werden für eine bestimmte Zeit gewählt oder es wird ein rotierendes System verabredet.
Die Verabredungen werden gemeinsam festgelegt. Hier ein Beispiel:

  • alle sitzen im Kreis und können einander sehen
  • alle sprechen einander direkt an
  • nur eine(r) redet, die andern hören zu
  • wenn ich nicht mehr zuhören kann, sage ich es
  • jeder hat das gleiche Recht
  • es gibt keine Fehler
  • es wird nur zum Thema gesprochen.

Die Sitzungen haben eine Tagesordnung und werden protokolliert.
Der Klassenrat sollte möglichst gleichzeitig in allen Klassen einer Jahrgangsstufe eingeführt werden. Die Lehrkräfte treten in ihrer Rolle zurück und agieren – wenn überhaupt – auf Augenhöhe. Der Klassenrat ist nur erfolgreich, wenn es den Lehrkräften gelingt, ihre Rolle zu reflektieren: Sie haben im Klassenrat nur die gleichen Rechte wie die Schülerinnen und Schüler. Sie müssen sich z.B. melden, wenn sie etwas sagen wollen.

Inzwischen sind viele positive Effekte des Klassenrats belegt:

  • Übung der Ausdrucks- und Argumentationsfähigkeit
  • Verbesserung der Fremd- und Selbstwahrnehmung
  • Übernahme sowie Tragen von Verantwortung
  • Ausbildung der Kooperationsfähigkeit
  • Einübung demokratischer Verhaltensweisen
  • Entwicklung von Selbständigkeit
  • Erlernen und Üben von Konfliktlösungsstrategien
  • Perspektivenübernahme
  • Förderung des Gruppengefüges

  

 „MindMatters“

Im Rahmen des Sachunterrichts oder in der Klassenratsstunde werden die Übungen und Unterrichtseinheiten des Programms „MindMatters“[1] durchgeführt.

 „MindMatters ist ein bundesweites, wissenschaftlich begleitetes und in der Praxis erprobtes Programm zur Förderung der psychischen Gesundheit in der Schule. Es basiert auf dem Konzept der „Guten gesunden Schule“. Mit den im Fachunterricht einsetzbaren Unterrichts- sowie den Schulentwicklungsmodulen hilft MindMatters Schulen dabei, das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit von Schülerinnen und Schülern sowie von Lehrkräften zu fördern. MindMatters leistet damit einen Beitrag zur Verbesserung der Schulqualität und der Lehr- und Lernergebnisse.“

Zwei Unterrichtsreihen des Programms „MindMatters“ werden in der Schuleingangsphase mit ausgewählten Übungen durchgeführt und zielen im Besonderen auf die Prävention von Gewalt:

Unterrichtseinheit 1: Ich-Bewusstsein (Umgang mit Gefühlen)

Unterrichtseinheit 2: Selbstmanagement (Handlungsmöglichkeiten entwickeln)

Drei Unterrichtsreihen des Programms „MindMatters“ werden in den Klassen 3/4 durchgeführt:

Unterrichtseinheit 3: Mitgefühl

Unterrichtseinheit 4. Entscheidungskompetenz

Unterrichtseinheit 5: Beziehungskompetenz

[1] MindMatters Programmzentrum, Leuphana Universität Lüneburg, Zentrum für Angewandte Gesundheitswissenschaften (ZAG)