„Die Arbeit in der Schule zielt im Sinne eines erziehenden Unterrichts darauf ab, die Kinder zu unterstützen, die Welt zunehmend eigenständig zu erschließen, tragfähige Wertvorstellungen im Sinne der demokratischen Grundordnung zu gewinnen und dadurch Urteils- und Handlungsfähigkeit zu entwickeln. Damit verbunden ist die Aufgabe der Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler zu solidarischem Handeln in sozialer Verantwortung, zu Toleranz und Achtung der Menschenrechte und anderer, auch religiöser, Überzeugungen, zu einem friedlichen Miteinander in der Einen Welt sowie zur Achtung vor Natur und Umwelt zu erziehen. Mädchen und Jungen müssen sich deshalb angenommen fühlen und als Persönlichkeiten entfalten können.“[1]

Der erziehende Unterricht verbindet Erziehung und fachliches Lernen. Die Förderung von Selbst- und Sozialkompetenz, der Aufbau von Einstellungen und Haltungen, die Entwicklung von Handlungsfähigkeiten sind insgesamt stetig eingebettet in das unterrichtliche Geschehen. Die Lehrerinnen und Lehrer gestalten soziale Beziehungen und soziale Lernprozesse im Unterricht.

„Konflikte sind unvermeidbarer Teil des menschlichen Miteinanders. Ihre Auswirkungen auf den einzelnen hängen davon ab, wie die Konflikte ausgetragen werden. Vielen Kindern fehlen Muster, Konflikte angemessen, d.h. ohne verbale Kränkungen, ohne Gewalttätigkeiten zu lösen. Konfliktursachen liegen oft in der mangelnden Fähigkeit, sich in andere hineinversetzen zu können, in geringer Frustrationstoleranz, in einem hohen Aggressionspotential. (…) Aufgabe der Schule ist es, beiden Gruppen – den Tätern und den Opfern – Handlungsalternativen aufzuweisen.“[2]

In unserer Schule treffen sich viele Menschen. Sie sind sehr unterschiedlich. Alle haben verschiedene Wünsche, unterschiedliches Temperament und andere Vorstellungen von unserem gemeinsamen Leben. Jeder möchte aber angenommen und akzeptiert werden.

Jeder soll sich wohl fühlen![3]

Daraus leiten wir vier wesentliche Erziehungsziele ab:

  1. Angenehmes Klima herstellen

Zur Prävention von Gewalt fordern und fördern wir eine „Kultur der Anerkennung“.

In der Schule gibt es ein hohes Konfliktpotential: unterschiedliche Erwartungen, Anliegen, Zuschreibungen, Stimmungen, Gewohnheiten, Interessen, Gefühle. Missverständnisse belasten Einzelne und Gruppen. Enttäuschung als subjektive Wahrnehmung fördert Aggression. Achtsamkeit ist eine Haltung, die den anderen als eine Person mit eigenen Wünschen, Bedürfnissen, Auffassungen und Interessen respektiert, unabhängig von den Leistungen. Die Haltung der Achtsamkeit zeigt sich darin, jedem die Zweite Chance zu geben durch nachfragen, zuhören, Geduld, Zuversicht, Vertrauen.

  1. Werte vermitteln

 Darunter verstehen wir:

Rücksichtnahme, Toleranz Schwächerer, Kompromissbereitschaft, Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit, Geduld, Respekt vor Erwachsenen, Benutzung eines angemessenen Vokabulars, geeigneter Umgangston und anständiges Benehmen

Förderung

Die Werthaltungen werden in allen Fächern und während aller schulischer Veranstaltungen gefördert. Im Kollegium besteht Akzeptanz über die Wichtigkeit folgender Grundsätze:

Alle in der Schule tätigen Erwachsenen müssen

  • sich immer wieder ihrer Vorbildfunktion bewusst sein
  • Schülern Aufmerksamkeit und Hilfe geben
  • „an einem Strang ziehen“
  • Grenzen setzen
  • sich in Einzelfällen mit Kolleginnen absprechen
  • auf die Einhaltung von Regeln bestehen
  • festgelegte Maßnahmen zur Durchsetzung der Regeln nutzen
  • Eltern darüber aufklären, welche Grundwerte zum Erziehungsauftrag gehören und zur Unterstützung in der Erziehung auffordern
  • Eltern bei Problemen einbinden, sie unterstützen und mit ihnen und anderen Fachleuten kooperieren

Besonders dem Religions- und dem Sachunterricht kommen wesentliche
Aufgaben zu. Viele Themen greifen erzieherische Punkte auf. Es werden sowohl Bildungs- als auch verstärkt Erziehungsziele erreicht, die dahin wirken, dass Kinder Ehrfurcht und Verantwortung für die Welt und allen Lebens gewinnen. Im Sportunterricht bekommt die Vermittlung und Beachtung sozialer Verhaltensweisen besonderes Gewicht.

  1. Selbständigkeit und Verantwortungsbewusstsein fördern

Darunter verstehen wir:

Selbstorganisation (Mitbringen von Arbeitsmitteln und Sportkleidung, Organisation des Arbeitsplatzes), wo finde ich bei Fragen Hilfen?, Zuverlässigkeit, Mitarbeit bei Gemeinschaftsaufgaben, gewissenhafte Erledigung von Hausaufgaben, Lernbereitschaft/ Leistungsbereitschaft

Förderung

Lernkompetenz ist der Schlüssel für selbständiges, aktives und damit nachhaltiges Lernen. Unter Lehren des Lernens verstehen wir einen Prozess, der das Erlernen von Lernmethoden mit Hilfe von Unterrichts- und Methodenkonzepten beinhaltet. Dabei halten wir folgendes Elemente für sinnvoll:

  • Anregende Gestaltung der Lernumgebung inkl. überlegte Sitzordnung
  • Hoher Grad an Transparenz
  • Immer wiederkehrende Elemente (z.B. Hausaufgabenpläne), Methoden (z.B. Sitzkreis, Think-Pair-Share) und Rituale (z.B. Tageskind, Tagesplan)
  1. Sozialkompetenz fördern

Darunter verstehen wir:

  • die eigenen Gefühle zu erkennen, zu verstehen und vor anderen selbstbewusst auszudrücken (Ich-Bewusstsein)
  • mit den eigenen Gefühlen sinnvoll umzugehen und andere dabei nicht zu
    verletzen (Selbstmanagement)
  • Gefühle und die Lebenssituation anderer Menschen nachzuempfinden, zu
    achten und zu akzeptieren (Mitgefühl)
  • über verschiedene Ausdrucks- und Handlungsweisen zu verfügen, um
    angemessen in der jeweiligen Situation zu reagieren (Entscheidungskompetenz)
  • mit eigenen Gefühlen und denen anderer so umzugehen (sie zu achten

und Anderssein zu akzeptieren), dass soziale Beziehungen, wie z. B. Freundschaften gelingen (Beziehungskompetenz)

 Förderung

Erarbeitung von Regeln, Gesprächskultur aufbauen, Zeit zur Konfliktlösung zulassen, Einsatz von Ritualen, gemeinsame Vorhaben und Ausflüge, gemeinsame Feste und Feiern, Durchführung von Klassendiensten, gemeinsame Reflexion

[1] KMK NRW, Richtlinien für die Grundschule, 2008

[2] Konzept der Grundschule „KK“, Dortmund 2007, S. 72ff

[3] Vgl. Leitbilder und Handlungsrahmen