Die Kultusministerkonferenz „Bildung in der digitalen Welt“ hat im Jahr 2016 hervorgehoben: „Digitale Medien halten ein großes Potential zur Entwicklung und zum Einsatz neuer Lehr- und Lernprozesse bereit, sie tragen dazu bei, Schülerinnen und Schüler individuell noch besser zu fördern und damit unsere Anstrengungen für mehr Chancengleichheit durch Bildung zu unterstützen.“

Erweiterung des Lernangebots

Der zielgerichtete Einsatz digitaler Medien generiert neue Lernperspektiven für den Erwerb fachlicher Kompetenzen:

„Die Lerninhalte können nicht nur multimedial ergänzt, sondern individuell von den Lernenden bearbeitet und über Interaktivität reflektiert werden.“[1]

[1] Handreichung Medienkonzeptentwicklung, S. 24

Erweiterung der Anschaulichkeit

Dabei lassen sich vor allem komplexe und abstrakte Aspekte des Lerngegenstandes, die sich einer handlungsorientierten Aneignung entziehen, auditiv und visuell mit Hilfe von bspw. kindgerechten ´Erklär-Videos` oder   jeglichen bildhaften Darstellungsformen vereinfachen und konkretisieren.

Differenzierendes Lernen und Individualisierung von Lernprozessen

Das Lernen mit Medien erweist sich als ein konzeptioneller methodischer Schlüssel, um in heterogenen Lerngruppen mit differenzierenden und individualisierenden Lernaktivitäten   bzw. -angeboten zu fördern und zu fordern. Es bietet die Chance, Lernprozesse „passgenau“ zu initiieren und zu begleiten (ebd., S. 24). Die Schülerinnen und Schüler werden im Umkehrschluss dazu befähigt, noch selbstgesteuerter zu arbeiten und ´ihr` Lerntempo sowie ´ihre` Lernwege und -spuren flexibler und offener zu gestalten. Es wird ein – sowohl inhaltlich als auch medial – aktiver, dynamischer Kompetenzerwerb forciert.

Im Einzelnen lassen sich folgende Förder- und ´Forder`-Chancen beim Lernen mit Medien unterteilen:

  • Förderung von Kindern mit besonderen Begabungen,
  • digitale Medien zur Unterstützung von Kindern mit besonderem Förderbedarf,
  • digitale Medien im Bereich DaZ / DaF,
  • digitale Medien im sprachsensiblen Unterricht,
  • genaues Ermitteln von Lernständen und
  • vielfältige Optionen des Feedbacks.

Der Einsatz entsprechend ausgesuchter Apps wird den Lernprozess weiter unterstützen.

Wir setzen uns für einen vielfältigen und sinnvollen Einsatz digitaler Medien sowohl als Lehr- als auch als Lernmittel ein. Dabei steht das Erhöhen der Unterrichtsqualität stets an vorderster Stelle und soll im Folgenden näher erläutert werden:

Digitale Medien als Lehrmittel

Digitale Medien bieten für das Bewältigen der unterschiedlichen Herausforderungen in der Grundschule eine Vielzahl an Möglichkeiten. Sie helfen Unterricht zu planen, durchzuführen und zu dokumentieren. Im Folgenden seien Beispiele genannt, wie digitale Medien in der Grundschule sinnvoll als Lehrmittel genutzt werden oder zukünftig genutzt werden können.

Projektion von Lerngegenständen

 Projektionsmöglichkeiten ermöglichen es, unterschiedliche Lerngegenstände des realen Lebens schnell und ohne Verzögerung für alle sicht- und erfahrbar zu machen. Lerngegenstände wie Bilderbücher, Rechenmaterialien, Lernplakate, Kunstbilder u.v.m. müssen für alle Kinder gut einsehbar, aber gleichzeitig stets greif- und veränderbar sein. Indem diese Lerngegenstände für die Kinder vergrößert projiziert werden, werden sie für alle sichtbar, bleiben aber weiterhin haptisch für alle Kinder erfahrbar. Dies erhöht sowohl die Aufmerksamkeit, als auch die emotionale Bindung zum Lerngegenstand und zum Unterricht. Der Einsatz solcher Projektionsmöglichkeit kann in jedem Unterrichtsfach die Unterrichtsqualität deutlich steigern.

Nutzung audiovisueller Medien

Der Einsatz audiovisueller Medien als Lehrmittel ist in einer Vielzahl von Unterrichtssituationen sinnvoll und obligatorisch. So werden bspw. im Englischunterricht Filme eingesetzt, im Sachunterricht werden Lehrfilme zur Motivation und Vertiefung geschaut, im Fach Deutsch werden Hörspiele genutzt und im Musik- und Englischunterricht werden Lieder gehört.

Der Einsatz audiovisueller Medien bietet noch eine Vielzahl weiterer Einsatzmöglichkeiten, die im Folgenden beispielhaft erwähnt werden:

  • Präsentation von Schülerergebnissen (Bildergalerie, PowerPoint, Hörspiele, Lieder, etc.)
  • tagesaktuelle Filme zu aktuellen Anlässen
  • Ritualisierung des Unterrichts durch Musik oder optische Signale
  • Visualisierung von Arbeitsaufträgen
  • Visualisierung der Stunden-, Tages-, Prozess oder Reihentransparenz.

Gestaltung des Arbeitsplatzes für Lehrkräfte

Digitale Medien bieten die Möglichkeit, die Arbeitszeit der Lehrkräfte effizienter zu gestalten, indem Klassenverwaltung und Unterrichtsvorbereitung zunehmend digitalisiert vorgenommen werden können. Inhalte können schneller ausgetauscht, vervielfältigt und nutzbar gemacht werden. Der Arbeitsplatz zuhause und der Arbeitsplatz in der Schule sollen daher zukünftig stärker miteinander vernetzt werden. Ein gut vernetzter Arbeitsplatz in der Schule schont Ressourcen, indem Kopierpapier eingespart wird und technische Geräte ersetzt werden.

Digitale Medien als Lernmittel

Digitale Medien können ein wichtiges und effizientes Werkzeug zur Förderung eines schüleraktivierenden Unterrichts sein. Dabei sollen Medienkompetenzen nicht isoliert erlernt werden, sondern stets in einem Kontext schulischer Lernkompetenzen eingebettet sein. Im Folgenden sollen zentrale Einsatzbereiche von digitalen Medien beschrieben werden, die einen Beitrag für einen guten Unterricht leisten:

Den Umgang mit digitalen Medien erlernen

Wie bereits erwähnt, soll der Umgang mit digitalen Medien kein Selbstzweck sein, sondern immer in einem pädagogischen Kontext stehen. Dennoch gibt es technisches Wissen, das für ein medienkompetentes Handeln notwendig ist. Folgende Kenntnisse sollen erlernt werden:

  • das Kennen der grundlegenden Nutzungsregeln an digitalen Medien
  • das Benennen der wichtigsten Komponenten von digitalen Medien
  • das Anschließen von Peripheriegeräten
  • das sichere Dateimanagement
  • Nutzen unterschiedlicher Speichermedien

Digitale Medien zur Differenzierung und Individualisierung

Um den Herausforderungen einer immer heterogeneren Schülerschaft gerecht zu werden, sind Maßnahmen zur Differenzierung und Individualisierung zentrale Bildungsaufgabe von Grundschulen. Hier bieten digitale Medien gute Möglichkeiten, um dieser Aufgabe gerecht zu werden. Verschiedene Lernprogramme (z.B. die Lernwerkstatt) ermöglichen ein Arbeiten auf individuellem Niveau. Lernprogramme/ Apps bieten ein immer breiteres Spektrum an Möglichkeiten, um Aufgaben für Schüler differenziert zu gestalten, gezielt einzusetzen und den Lernfortschritt zu dokumentieren. Diesen Möglichkeiten möchten wir uns öffnen, insbesondere vor dem Hintergrund der Aufgaben im Rahmen des Gemeinsamen Lernens.

Nutzung des Internets im Unterricht

Das Beschaffen und Bewerten von Informationen ist mittlerweile eine zentrale Fähigkeit unserer Wissensgesellschaft geworden. Das Internet ist dabei zur wichtigsten Informationsquelle geworden. Das Anbahnen eines kompetenten Nutzens des Internets zu Recherchezwecken sehen wir daher als eine unserer zentralen Aufgaben an. Die Kinder sollen Suchmaschinen kennen und nutzen, Suchstrategien anwenden, Informationen entnehmen und Ergebnisse kritisch untersuchen können.

Weitere Möglichkeiten zur Nutzung des Internets sind:

  • das Arbeiten mit dem Buchportal „Antolin“
  • Filme online schauen

Digitale Medien als Präsentationshilfe

Digitale Medien bieten eine Vielzahl an neuen Möglichkeiten, Arbeitsergebnisse zu präsentieren und Schülerprodukte herzustellen. Beispiele, wie wir die Möglichkeiten nutzen möchten, sind:

  • eigene Texte verfassen und optisch gestalten
  • PowerPoint-Präsentationen erstellen
  • Filme (z.B. eigene Lehrfilme, Stop-Motion-Filme)
  • Lieder aufnehmen
  • Fotos machen und bearbeiten
  • Hörspiele einsprechen
  • Klassenzeitungen erstellen
  • das Nutzen von Textverarbeitungsprogrammen
  • das Orientieren in Menüs verschiedener Lernprogramme